“Sicher aufgestellt angesichts der Coronakrise”

Im Gespräch mit Eduardo Dolón, Bürgermeister von Torrevieja

In diesem Interview präsentiert Eduardo Dolón, Bürgermeister von Torrevieja, wie die Stadt Torrevieja die Situation von COVID-19 konfrontiert hat, er skizziert die Pläne des Stadtrates für Phase 1 mittels eines strategischen Plans zur Wiederbelebung der Wirtschaft, spricht über die Eröffnung von Stränden und Geschäften und detailliert Eckpunkte des neuen städtischen Haushalts in Höhe von 117 Millionen Euro

Zur Person:

Eduardo Dolon ist seit 2019 Bürgermeister von Torrevieja und seit 2015 Provinzabgeordneter, er war Bürgermeister im Stadtrat in der Legislaturperiode 2011-2015, nachdem er seit 2003 als Kulturstadtrat tätig war. Er hat einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaft (MBA) in der Fachrichtung Finanzverwaltung und Unternehmensorganisation von der Katholischen Universität San Antonio, einen Abschluss in Betriebswirtschaft und Management von der Katholischen Universität San Antonio und ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Alicante sowie einen Kurs in Führung und Öffentlichkeitsbeteiligung von Alicante von der Schule für sozialpolitische Ausbildung Juan Luis Vives. Er ist Mitglied des Tourismuspatronats der Costa Blanca.

Guten Tag, Herr Bürgermeister Eduardo Dolón, ich freue mich über das Gespräch.

Guten Tag, Michael, es ist mir ein Vergnügen, dieses Interview zu führen und vor allem über die Themen zu sprechen, welche die Bürgerinnen und Bürger wirklich interessieren könnten. 

Wie ist die Situation von COVID-19 in Torrevieja?

Gegenwärtig können wir sagen, dass wir eine der Gemeinden sind, die sich möglicherweise in  einer der besten Situationen im Gesundheitsbereich befindet. Dieser Gesundheitsbereich (span.: Departamento de Salud) wird integriert von allen Gemeinden in Küstennähe der Region Vega Baja. Wir haben eine sehr gute Gesundheitsversorgung, wir dürfen wir nicht vergessen, dass Torrevieja über sowohl ein privates Krankenhaus verfügt, das Hospital Quirón, wie auch über ein öffentliches Krankenhaus, das Hospital Dr. García Gea. Im Moment wurden von Anfang bis Ende der Coronakrise etwa 380 Fälle diagnostiziert. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine aktualisierte Neuigkeiten, denn gestern haben uns die Verantwortlichen des Gesundheitsbereichs in einer Videokonferenz mitgeteilt, dass sich die Situation bereits absolut normalisiert hat, das heißt, dass die als Verstärkung eingerichteten Intensivbetten bereits wieder aufgelöst werden konnten. Zur Zeit liegt die Ratio der Bettenbelegung in unseren Krankenhäusern sogar unter dem Durchschnitt.Man teilte uns mit, dass wir diese Botschaft der Beruhigung an die Bürgerinnen und Bürger weitergeben können, dass nicht nur die Gesundheitsversorgung gewährleistet ist und natürlich mehr als genug Kapazitäten vorhanden sind, sondern dass auch der überwiegende Zahl der 380 Patienten, oder Torrevejenses oder Nutzer des Gesundheitsbereichs, die hospitalisiert waren, genesen sind. In der Tat verzeichnet in diesen Daten der Gesundheitsfürsorge das Gesundheitsbereichs insbesondere die Stadt Torrevieja das beste Ergebnis, so dass ich in dieser Situation des Coronavirus ruhig und zufrieden bin, weil ich glaube, dass wir sehr gute Hilfe geleistet haben. Die Torrevejenses können sich jederzeit, dank der Arbeit dieser Gesundheits-Spezialisten, perfekt betreut fühlen.

Die Strände sind bereits geöffnet. Ist dies ein erster Schritt zu einer neuen Normalität?

Ja, in der Tat haben wir seit dem 6. Mai die Entscheidung getroffen, diese Transparenz oder diesen Transfer in die Phase 1 voranzutreiben, die am Montag, dem 11. Mai, beginnt, etwas, das uns durch den Erlass der spanischen Regierung ermöglicht worden ist, nämlich die Durchführung von Sportarten, die mit Wasser oder Wasseraktivitäten zu tun haben. Und wir sind der Meinung, dass die Menschen die Spaziergänge, die sie auf der Promenade oder der Mole unternehmen, auch am Strand machen dürfen, oder? In diesem Sinne haben wir einige sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wir kontrollieren sowohl den Eingang als auch den Ausgang zu den Stränden. Und wir haben auch einige Bereiche für die Sportausübung freigegeben. Wer an den Strand geht, um Sport zu treiben, betritt einen bestimmten Bereich, und wer spazieren geht, tut dies, wie ich bereits sagte, mittels der ausgewiesenen Eingänge. Der Rest der üblichen Strandaktivitäten ist nicht erlaubt, man kann nicht schwimmen, man kann nicht auf dem Sand Handtücher auslegen, um sich zu sonnen, oder einen Sonnenschirm aufstellen, oder irgendeine Art von Versammlung abhalten, wie es das Königliche Dekret vorschreibt. Die Absicht des Stadtrats für Strände und des Bürgermeisteramtes ist es, mit dieser Normalisierung mit der Rückkehr zu einem, wie wir alle wissen, normalen Leben zu beginnen. Das Verhalten der Bürger während des Alarmzustands war ausgezeichnet, d.h. es gab keinen Zwischenfall. Ich habe Bilder in den Nachrichten gesehen, auch in der spanischen Tageszeitung „Diario Información“, wo die Nutzer die Abstandsregelung respektierten, und diejenigen, die sie nicht einhielten, nun, das liegt daran, dass sie Familien sind, sprich im selben Haushalt leben. Ich denke, dass wir uns der Normalität näher kommen, es ist auch eine weitere Nachricht, die ich Dir vorausschicke, Michael, wir arbeiten sehr schnell daran, ein Protokoll für die Nutzung unserer Strände zu etablieren, so dass, wenn diese letzte Phase kommt, jeder an unsere Strände gehen kann, um im Meer zu baden, sich zu sonnen, die übliche Strandnutzung halt. Wir sind sehr weit fortgeschritten, und wir sind sicher, dass wir eine der wichtigsten touristischen Destinationen der Costa Blanca sein werden, die einige sehr wichtige Maßnahmen ergriffen hat, um nicht nur das Wohlergehen zu ermöglichen, das eine der Qualitäten ist, die die Touristenstadt Torrevieja charakterisiert, sondern dies auch mit allen Garantien zu tun, die für uns sehr wichtig ist, in diesem Fall der Tourismus, von dem wir hoffen, dass er in den nächsten Wochen nach und nach aufleben wird. Viele Touristen werden unsere Stadt wählen, denn in der Tat sind diese Gesundheitsaspekte, also die medizinische Versorgung und die Sicherheit, in perfektem Zustand und garantiert.

Seit dem 11. Mai befinden wir uns in Phase 1. Was ist in Torrevieja geplant?

Nun, in Phase 1 haben wir nicht nur den Aspekt vorweg genommen, der mit den Stränden zu tun hat, sondern wir werden auch die Normalisierung der Geschäfts- und Hotelaktivität betreiben. Der Dienstleistungssektor ist der wichtigste Sektor in unserer Stadt. Bars, Cafés, Geschäfte – einige dieser Dienste haben bereits begonnen und ab Montag werden sie nach und nach mit gewissen Kapazitätsbeschränkungen in Betrieb genommen. Wir befinden uns in Gesprächen mit diesen Sektoren, weil wir versuchen, die Anwendung unserer Verordnungen so flexibel wie möglich zu gestalten, damit wir diesen Sektoren helfen können, ihren Service wieder einzurichten, d.h. einige von ihnen haben eine Kapazitätsbeschränkung von 50 Prozent. Wir werden sehen, ob eine höhere Terrassenkapazität möglich ist, damit wir ihr den Wirten diese Erweiterung gestatten können, damit sie ihre üblichen Service-Dienste unter Gewährleistung der Sicherheitsmaßnahmen anbieten können. Gleichzeitig beginnen wir mit der Bearbeitung von Subventionen, von Boni für diese Wirtschaftssektoren, damit sie ihre Tätigkeit so bald wie möglich aufnehmen können. Außerdem werden wir logischerweise auf eine Normalisierung der städtischen Verwaltung hinarbeiten, d.h. auf die Wiedereingliederung eines jeden einzelnen Beamten. 

Ist es bereits in Phase 1 möglich, zwischen Gemeinden zu wechseln? 

Es gibt Einschränkungen. Im Prinzip hoffen wir, dass das von der spanischen Regierung geklärt wird. Wir sind sehr weit im Süden, wir gehören zum Land Valencia, aber nur wenige Kilometer entfernt liegt die Region Murcia, und da die Autonomen Regionen unterschiedliche Auslegungen der Beschränkungen auf dem Weg der Deeskalation anwenden, da dies von der spanischen Regierung genehmigt worden ist, können wir vielleicht innerhalb unserer Region frei verkehren, aber nicht in die Region Murcia fahren, oder? Oder wir können auch nicht in andere Provinzen fahren. Ich hoffe, dass das geklärt wird. Unsere Absicht ist es, dass diese uneingeschränkte Mobilität stattfinden wird können, denn fast 50% des Tourismus der Stadt Torrevieja im Sommer ist interner Tourismus, aus der Provinz selbst, aus der Region der Vega Baja, von Gemeinden innerhalb der Region, die hier an der Küste ihren zweiten Wohnsitz, ihr Ferienhaus haben. Ich verstehe, dass sie in ihre Ferienwohnung zurückkehren wollen, denn sie sie jedes Jahr im Sommer. Das bedeutet für Torrevieja eine Sommersaison, die gut auch mit dem Ausbleiben internationaler Touristen leben kann…

Das ist unser Ziel. Du kennst ja sehr gut die Stadt Torrevieja. Es ist richtig, dass wir einen wichtigen internationalen Tourismus in der Sommersaison haben, aber es ist nicht der Schwerpunkt. Internationale Residenten sind eher zu anderen Jahreszeiten da, sie fahren im Sommer in ihre Heimat, weil es ihnen hier zu heiß ist und kehren im September, Oktober zurück. Wir gehen davon aus, dass der geringe Ausfall des internationalen Tourismus durch den lokalen und nationalen Tourismus kompensiert wird. Wir bereiten eine Werbekampagne vor, um diesen Tourismus anzuziehen. Ich möchte, dass ein Tourist aus Alicante, aus Benidorm, aus Calpe, aus Altea, aus all jenen Orten, die sonst auf die Balearen reisen, außerhalb unserer Provinz oder in andere Provinzen reist, dass dieser Tourismus innerhalb unser Provinz passiert. Das ist unser Ziel, und wir denken, dass es diesen Sommer gut funktioniert. Wir arbeiten wirklich hart daran, diese Normalisierung so schnell wie möglich zu erzielen, und da wir die Ostersaison verloren haben, können wir die Sommersaison retten, die sicher eine der wichtigsten im touristischen Kalender unser Stadt ist.

Hat die Stadt Torrevieja bereits ihren Jahreshaushalt verabschiedet?

Ja, es ist der höchste Haushalt, den Torrevieja je verabschiedet, er beträgt 117 Millionen Euro. Wir reaktivieren Hilfsmaßnahmen, die vor fünf Jahren gewährt wurden und die während der vorigen Legislaturperiode eingestellt worden sind. Wir haben praktisch alle Sozialhilfen wieder budgetiert, für die Alten, für Kinder den “Bono Guarderia“, Transporthilfen, für Universitätsstudenten… Das, was in der Volkspartei üblich war, ist zurückgekehrt. Dann ist da noch eine der historischen Forderungen, über die wir nachdenken: Wir werden ein Arbeitsförderungsprogramm für fast 70 neue Stellen einrichten, darunter fünf lokale Polizisten, eine Verstärkung für das Sozialamt, eine Abteilung, die im Moment die meisten Anträge alle jener Familien bearbeitet, die leider vom Covid-19 betroffen sind. Es gibt nicht mehr und nicht weniger als 12 neue Stellen für das Sozialamt, darunter für Hausmeister, Verwaltungs-, Hilfs- und allgemeines Ausbildungspersonal. Wir benötigen die personale Aufstockung im Rathaus, denn in den letzten vier Jahren wurden keine Leute neu eingestellt während gleichzeitig viele Beamte in den Ruhestand gegangen sind, so dass im Moment viele Stellen nicht besetzt sind. Dies konnte nach Aussage der früheren Amtsträger des Rathauses nicht getan werden, aber wir haben es in einer Rekordzeit von sechs Monaten geschafft. Es ist uns auch gelungen, in der Stadt Torrevieja etwas zu schaffen, was mir wichtig ist, nämlich Investitionen zu tätigen. Wir haben ein Investitionsprogramm von etwa 12 Millionen Euro, das ist ein sehr wichtiger Betrag. Zu diesen Investitionen gehört ein Park, für den ich mich für internationale Residenten eingesetzt habe, nämlich der Park San Luis und La Siesta. Das wird eine neue grüne Lunge der Stadt sein. Es ist eine wichtige Investition im Bereich Infrastruktur. Wir werden Grünflächen in Torrevieja schöner gestalten und sogar neue Grünflächen anlegen. Wir werden den kulturellen Bereich reformieren, fast eine Million Euro geht an das Dritte Alter, ich beziehe mich auf die Renovierung des kommunalen Zentrums für Seniorenfreizeit, das Centro Municipal de Ocio. Es gibt Gelder für Sport, für die Jugend. Unser Haushalt wirkt sich auf praktisch alle Bereichen aus. Und dann gibt es noch etwas, das ich hervorheben möchte, nämlich die Forderung vieler Bürger, den öffentlichen Verkehr und die Sauberkeit zu verbessern. Wir nehmen die beiden größten Haushaltsposten an die Hand, um das Verwaltungsverfahren abzuschließen, das die Vergabe der Stadtreinigung erfordert. Der neuen Reinigungsdienst der Stadt Torrevieja erfordert eine Aufstockung von mehr als zehn Millionen Euro, damit Torrevieja, wenn alles in den nächsten sechs Monaten gut läuft, noch vor Jahresende wieder an die Spitze der Sauberkeit kommt. Und wir werden auch ein völlig neues Verkehrssystem schaffen, das die Stadt Torrevieja schon vor einigen Jahren hätte einführen sollen, wie es viele Großstädte getan haben. Im öffentlichen Nahverkehr werden alle bestehenden Linien neu definiert, die Taktfrequenz wird erhöht, wir integrieren 100% behindertengerechte Busse und kaufen sogar Elektro-Hybrid-Busse, die weniger verschmutzen. Kurz gesagt, mit diesem Haushalt gelingt uns der erste Schritt, der aus der Verpflichtung resultiert, den wir bei den letzten Wahlen gegenüber den Torrevejenses eingegangen sind. Und wir haben uns der Herausforderung gestellt, all das in den nächsten sechs Monaten umsetzen zu können. Ich glaube, dass es in unserer Reichweite liegt, wir werden die größten Anstrengungen unternehmen, das ganze Team arbeitet sehr gut, wir werden diesen Haushaltsplan maximal erfüllen.

Das ist sicher angesichts der Krise noch schwieriger?

Es war uns ein Anliegen, uns um die Belange der bedürftigsten Familien zu kümmern, das war grundlegend. Wir wollen jetzt mit der Arbeit an der Antizipation der Rückkehr zur Normalität beginnen. Warum? Wenn es viele Unternehmer gibt, die in Torrevieja Arbeitsplätze schaffen, diese aber ihre Tätigkeit nicht aufnehmen können, dann werden auch keine Arbeitsplätze geschaffen, oder? Ich denke, dass unser Rathaus bürgernah arbeiten muss, nicht wahr? Dieser strategische Plan hat nicht nur die Hilfen konzipiert, die Handel, Unternehmer und Selbständige nicht meiner Meinung nach brauchen, sondern er ist das Resultat vieler Videokonferenzen, in denen uns die Geschäftsleute ihre Erfordernisse vorgestellt haben.  Der Plan charakterisiert die Förderung der touristischen Entwicklung der Stadt. Dieser strategischen Plan beinhaltet einen Marketingplan für Tourismus, den wir, wie ich Dir auch schon gesagt habe, in ein paar Wochen ausrollen werden. Mit dieser Strategie soll bekannt gemacht werden, dass Torrevieja COVID-19 nicht nur überwunden hat, sondern dass Torrevieja an vorderster Front steht, dass Torrevieja vorbereitet ist und allen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen Rechnung trägt. So wird notwendig sein, in Geschäften oder Bars und Restaurants Trennwände aufzustellen sowie Sicherheitsmaßnahmen am Eingang oder Ausgang einzuführen. Bei all diesen Investitionen möchte das Rathaus ein finanzieller Partner sein, um dem Unternehmer zu helfen, damit er nicht sagen muss, dass er diese Investitionen im Moment nicht tätigen könne. Wir wollen, dass in den kommenden Wochen, wenn Phase 1 und Phase 2 abgeschlossen sind, diese Einrichtungen in perfektem Zustand sind, und mit der Werbekampagne den aktuellen Zustand der Stadt Torrevieja zu übermitteln. Die Kampagne richtet sich logischerweise an diese Touristen aus der Region, den nationalen Markt. Ich denke, es wird auch für den August sehr wichtig sein, und sicher auch für den internationalen Residenzial-Tourismus, der im September, Oktober, November wieder anläuft. Dann ist das Klima hier für Touristen aus Deutschland, aus Mitteleuropa ideal, im Vergleich zum Wetter in ihrer jeweiligen Heimat.

Vielen Dank für das Gespräch!

An Dich, Michael!

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