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Ahoi Delphinus Delphis!

Ein Foto und seine Geschichte + + + The story behind the photo (scroll down for English)

Ich sprinte zum Bug, die Kamera auf Sportmodus gestellt. Was für ein Anblick – elegant, kraftvoll, schön! Inmitten der See von Alboran – auf halber Strecke zwischen Spanien und Afrika – gischten Delfine vor dem Bug unseres Segelschiffs. Delphinus Delphis: Nicht einer, nicht zwei, sondern eine ganze Schule von über 30 Delfinen spielt vor uns im Wasser. Belichtungszeit 1/2000 Sekunde, im Schnellschußmodus. Und da ist er – der perfekte Sprung. Der Delfin scheint über den Wellen schier zu fliegen…

Es sind akrobatische Schwimmer, bis zu 35 Stundenkilometer (21 Knoten). Delfine können bis zu acht Minuten unter Wasser schwimmen und bis zu 300 Meter tief tauchen, dann müssen sie auftauchen, um zu atmen. Im Prinzip bleiben sie zwischen zehn Sekunden und zwei Minuten unter Wasser.

Anmutiges Schauspiel: Delfine im Sprung

So sehr sich Küstenbewohner nach einer Delfinsichtung sehnen (nahezu jeder Segelschüler oder Mitsegler, der mal mit mir segeln war, fragt mich „Werden wir auch Delfine sehen?“) – Delfin-Sichtungen sind überwiegend auf hoher See möglich, dort aber wie vorprogrammiert. Im Mittelmeer leben Delfine in Gruppen von Hunderten, mitunter bis zu 1.000 Individuen zusammen. Im Sommer lösen sie sich in kleinere Schulen mit einigen Dutzend Tieren auf. Delfine sind selten und bedroht: Aufgrund des Thunfischfangs verheddern sie sich in den Fangnetzen, genaue Daten zu ihrer Population im Mittelmeer existieren leider nicht.

Was ist es, das den Menschen an Delfinen derart fasziniert? Delfine sind intelligent: Die Meeressäuger können lernen, mit anderen Delfinen zu kommunizieren und gemeinsam zu jagen. Und: Delphinus Delphis (wie alle rund 100 Unterarten, darunter auch der durch die TV-Serie „Flipper“ bekannt gewordene Große Tümmler) haben ein eigenes Ich-Bewusstsein, und sie können sich selbst im Spiegel erkennen – eine Fähigkeit, die neben dem Menschen nur die wenigsten Tiere besitzen, darunter Schimpansen, Elefanten, Tintenfische.

Lori Marino von der Emory University in Atlanta ist Expertin für die Gehirne der Meeressäuger. Ihr Fazit: “Delfine sind hochintelligente Wesen mit Ich-Bewusstsein, Persönlichkeit und Einfühlungsvermögen, die in komplexen sozialen Verbänden leben.“ Der Ethik-Professor Thomas White von der Loyola Marymount Universität in Los Angeles ergänzt: „Gefaltet ist das Delfin-Gehirn an ganz besonders wichtigen Stellen: nämlich am sogenannten Neocortex.“ Dort würden komplizierte Denkvorgänge gesteuert, außerdem Selbstbewusstsein und auch die Gefühle. „Delfine können also fühlen, traurig oder froh sein, sogar Respekt und Zuneigung für andere Delfine zeigen.“ Delfine erkennen einander und begegnen sich mit Respekt, meist sogar mit offener Zuneigung, sagt White.

Vom Ich-Bewußtsein der Delfine

Um herauszufinden, ob Delfine ein eigenes Bewusstsein besitzen, machten Zoologen den Spiegeltest. Dafür klebten sie eine Spiegelfolie vor das Fenster eines Delfinbeckens und versahen die Delfine mit Farbpunkten. Die Reaktion der Tiere: Sie posierten vor dem Spiegel, beobachten sich und ihr Handeln und versuchten, ihre Farbpunkte zu sehen.

Ob die Versuchsgruppe sich wirklich selbst im Spiegel erkannt hatte oder auch beim Anblick anderer Artgenossen so reagiert hätte, um das herauszufinden wurde den Delfinen Videosequenzen von anderen Delfinen gezeigt. Das Ergebnis: Die Delfine, die auf ihre eigenen Spiegelbilder lebhaft reagierten, den Kopf bewegten und den Mund öffneten, zeigten sich bei den Bildern der fremden Artgenossen gelangweilt. Sie schauten nur kurz zu und schwammen weg. Spiegeltest bestanden – Delfine haben ein Ich-Bewusstsein! Delfinen ist bewusst, wer sie sind und sie können andere Delfine wieder erkennen.

Außerdem hat Delphinus Delphis die Kapazität, körperlich und gefühlsmäßig intensiv und langanhaltend zu leiden. Diese Kombination von geistiger Kapazität und Verletzlichkeit war nach traditionellem Verständnis allein dem Menschen zu eigen. Zitat White: „Wenn der Delfin sie im Verlauf seiner fast 60 Millionen Jahre langen Evolution ebenfalls erworben hat, stehen ihm ähnliche Rechte zu, wie sie der Mensch für sich beansprucht.“

ENGLISH

Ahoy Delphinus Delphis!

I sprint to the bow, camera set to sport mode. What a sight – elegant, powerful, beautiful! In the middle of the Alboran Sea – halfway between Spain and Africa – dolphins hissed off the bow of our sailing vessel. Delphinus Delphis: Not one, not two, but a whole school of estimated over 30 dolphins. Exposure time 1/2000 second, quick shot mode. And there it is – the perfect jump. Flipper seems to fly over the waves – yes – almost…

They are acrobatic swimmers, up to 35 kilometers per hour (21 knots). Dolphins can swim underwater for up to eight minutes and dive up to 300 meters, then they have to surface to breathe. Basically, they stay underwater between ten seconds and two minutes.

As much as coastal residents long for a dolphin sighting (almost every sailing student or fellow sailor who has ever sailed with me asks, “Will we see dolphins?”) – dolphin sightings are mostly possible on the high seas, where they are virtually preprogrammed. In the Mediterranean, dolphins live together in groups of hundreds, sometimes up to 1,000 individuals. In summer, they break up into smaller schools of a few dozen animals. Dolphins are rare and endangered: due to tuna fishing, they get entangled in fishing nets; exact data on their population in the Mediterranean Sea do not exist.

What is it about dolphins that fascinates people so much? Dolphins are intelligent: the marine mammals can learn to communicate with other dolphins and hunt together. What’s more, Delphinus Delphis (like all of the 100 or so subspecies, including the bottlenose dolphin made famous by the “Flipper” series) have their own ego consciousness, and they can recognize themselves in the mirror – an ability that few animals besides humans possess, including chimpanzees, elephants and octopuses.

Lori Marino of Emory University in Atlanta is an expert on marine mammal brains. Her conclusion: “Dolphins are highly intelligent creatures with ego consciousness, personality and empathy, living in complex social associations.” Adds ethics professor Thomas White of Loyola Marymount University in Los Angeles, “Folded, the dolphin brain is in very important places: namely, the so-called neocortex.” Complicated thought processes are controlled there, he says, as well as self-awareness and even emotions. “So dolphins can feel, be sad or happy, even show respect and affection for other dolphins.” Dolphins recognize each other and treat each other with respect, usually even open affection, White cites from studies.

To find out if dolphins have a consciousness of their own, researchers did the mirror test. To do this, they stuck a mirror film in front of the window of a dolphin tank and provided the dolphins with colored dots. The animals’ reaction: They posed in front of the mirror, observed themselves and their actions and tried to see their color dots.

To find out whether the test group really recognized themselves in the mirror or also reacted in this way when they saw other members of their species, the dolphins were shown video sequences of other dolphins. The result: The dolphins, which reacted lively to their own mirror images, moved their heads and opened their mouths, appeared bored at the images of the foreign conspecifics. They only watched briefly and swam away. Mirror test passed – dolphins have an I-consciousness! Dolphins are aware of who they are and they can recognize other dolphins.

They also have the capacity to suffer physically and emotionally intensely and for long periods of time. This combination of mental capacity and vulnerability was, according to traditional understanding, unique to humans. Quote White: “If the dolphin has also acquired them in the course of its nearly 60 million years of evolution, it is entitled to rights similar to those claimed by humans.”

text & photo: www.michaelallhoff.com

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